Wenn sich im späten Mittelalter die Reichen und Schönen zu einem Burgfest zusammenfanden, waren darunter auch Dichtergrößen wie Wolfram von Eschenbach oder Walter von der Vogelweide, Minnesänger genannt.

Da konnte es schon einmal zum Dichterwettstreit kommen, wenn die Minnesänger jeweils versuchten, die meist adeligen Fans zu beeindrucken.

Etwas in der Art fand Anfang des Jahres auch in Gröbenzell statt. Allerdings ohne Adel, Burg und Mittelhochdeutsch. Die Gemeinde Gröbenzell hatte zum Poetry Slam geladen. Im Vorfeld dazu hatte sie dem Gymnasium Gröbenzell zwei Workshops spendiert, die von dem bekannten Poetry-Slam-Essayisten und Slam Master Ko Bylanzky, der in München schon zahlreiche Slams moderiert hat, sowie von einer unserer Ehemaligen, der talentierten Carmen Wegge, geleitet wurden.

Seinen Ursprung hat der Begriff „Poetry slam“ bei dem englischen Verb „to slam“, also „(zu)schlagen, knallen“ – und natürlich dem englischen Wort für „Dichtung, Poesie, Lyrik“. Beim Poetry Slam bekommt der Zuschauer also auf charmante und rasante Weise Dichtung um die Ohren gehauen. Die Präsentationsweise ist dabei extrem bedeutsam.

Wie man solch einen Slam konzipiert und vorträgt, lernten die insgesamt vierzehn Teilnehmer an einem Vormittag über ca. vier Zeitstunden hinweg. Die beiden Leiter attestierten unseren Schülern dabei nicht nur Herzlichkeit und eine Menge Humor, sondern auch Talent. Eine von ihnen traute sich dann sogar sehr erfolgreich auf die Bretter, die die Welt bedeuten – am Abend des besagten Gröbenzeller U20-Slams im lauschig hergerichteten Saal des Rathauses.

Das P-Seminar Fair Trade von Annette Kilian übernahm an diesem Abend die kulinarische Verköstigung der Anwesenden – wobei sie für ihre Cocktailkreationen und Snacks großes Lob ernteten.

Generell fand der Abend in gelöster, humoriger und gemütlicher Atmosphäre statt und sorgte für ein einhelliges Echo: Das machen wir unbedingt mal wieder! Vielleicht ja dann mit noch mehr mutigen Gröbenzeller Schülern, die ihrer Generation und der Welt da draußen etwas zu sagen haben.

Kathrin Weber

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