Schrille Schreie, Tränen und ein Galgen beherrschten an den vergangenen Abenden die Szenerie in der Aula des Gymnasiums Gröbenzell. Die Theatergruppe der Oberstufe brachte Arthur Millers „Hexenjagd“ in beeindruckender Manier auf die Bühne.

Arthur Millers Drama basiert auf wahren Ereignissen im Jahr 1692 in der amerikanischen Kleinstadt Salem. Mehrere junge Mädchen werden bei unbedarften okkulten Ritualen im Wald beobachtet. Plötzlich steht der schwerwiegende Vorwurf der Hexerei im Raum. Um ihr eigenes Leben fürchtend, entwickeln die Mädchen eine perfide Verteidigungsstrategie. Durch willkürliche Namensnennungen liefern sie der nach weiteren Schuldigen gierenden Justiz ständig neue Opfer zu. Angst, Rache und Denunziation bestimmen zunehmend das Klima in der Kleinstadt. Schließlich wird auch der aufrechte Bauer John Proctor, der das Treiben der Mädchen durchschaut und seine ebenfalls angeklagte Frau schützen will, zum Opfer. Vor die Wahl gestellt, ein falsches Geständnis abzulegen, um zu überleben, oder standhaft zu bleiben und zu sterben, entscheidet er sich schließlich für den Tod.

Die rasante Dynamik, die das Stück nach und nach entfaltet, wurde von der Theatergruppe meisterhaft dargestellt. Die monatelange Arbeit des Einstudierens gemeinsam mit Regisseur Boris Hackl war unverkennbar. Herausragend war auch die musikalische Untermalung durch den Gemischten Chor der Schule unter der inspirierenden Leitung von Stefan Grünfelder.

Die Bühne hüllt sich in schummriges Licht, die Atmosphäre changiert zwischen aufbrausenden Emotionen und purer Verzweiflung. Die Leidenschaft, mit der die Schülerinnen und Schüler sich in ihre Rolle hineinversetzen, ist bis in die hintersten Reihen des Publikums spürbar. Egal, ob Ausbrüche von Zorn und Gewalt oder ängstliche Resignation, die Palette der Emotionen lässt dem Zuschauer keine Zeit zum Durchatmen. Als John Proctor, durchgeschwitzt und völlig erschöpft, schließlich seine finale Entscheidung trifft und der letzte Vorhang fällt, wabert die Energie der beinah dreistündigen Aufführung noch lange durch die Aula.


Dr. Matthias Langensteiner, StD